Die Forschungen des Historikers Dr. Bernhard Bremberger haben zahlreiche neue Ergebnisse zu dem Gefangenenlager an der Muna als Ort des NS-Terrors ergeben haben. Diese gehen weit über die auf der Muna-Tagung im April 2025 präsentierten Ergebnisse hinaus. Sie belegen die Willkür der zur Zwangsarbeit gezwungenen und die Verflechtung des Orts mit NS-Ideologie/ Rassenpolitik, Deportation, aber auch Widerstand.
Deshalb hat die Geschichtswerkstatt am 22.3. zu einer Gedenkveranstaltung, exakt an dem Ort der Tat und der Deportationen, den Gefangenenbaracken – also am Adenauerplatz, eingeladen. Sinti und Roma leisteten dort Zwangsarbeit und wurden von dort aus ins KZ-Mauthausen deportiert. Personen, die nonkonformes Verhalten zeigten oder aktiv Widerstand leisteten, waren dort zu Zwangsarbeiten verpflichtet. Um den 20.3. kam es zur Verlegung der Inhaftierten, quasi zur Auflösung des Lagers. Nach Luftangriffen erfolgten am 24.3. die Sprengungen seitens der Nazis. Deshalb wählten wir Sonntag, den 22. 3. und freuten uns, dass Ludwig Achenbach sich städtischerseits mit einem Grußwort an der Veranstaltung beteiligte und wir für die musikalische Umrahmung Martin Grebenstein gewinnen konnten.
Während der Gedenkveranstaltung haben wir erstmals die Ausstellungstafeln gezeigt, die über den historischen Ort, NS-Justiz und Biografien exemplarisch informieren und den Vortrag von Bernhard Bremberger nochmal aufgreifen und ergänzen. Für die Gestaltung der Tafeln konnten wir wieder Rainer Lind gewinnen. Die inhaltliche Erarbeitung übernahm Dr. Bernhard Bremberger in Absprache mit der Rainer Lind und Geschichtswerkstatt.


Außerdem stellte der Künstler Hannes Metz den Vorschlag für eine Gedenkskulptur vor, die an dem Ort einmal dauerhaft an die Opfer von NS-Terror erinnern könnte. In die Umsetzung der Gedenkskulptur würden Jugendliche bzw. junge Erwachsene vom Werkhof eingebunden werden. Im Gespräch mit der Geschichtswerkstatt erläuterte Hannes Metz die Gedenkskulptur, ihren Bezug zum Munagelände sowie zum Denkmal des unbekannten Deserteurs, das heute auf dem Hiroshima-Nagasaki-Platz in Darmstadt steht. So versuchten wir die Veranstaltung neben Redebeiträgen auch dialoghaft zu gestalten und über die Tafeln im Anschluss an das Programm mit den Anwesenden ins Gespräch zu kommen. Martin Grebensteins Arragement von „Le Chant de la Libération“ von Anna Marly (1943), das am Ende in „Here comes the Sun“ überging, bot dafür ebenfalls eine gelungene Überleitung.

