2026 Ausstellung im Staatsarchiv

Prozesse der Entrechtung und Verfolgung | Jüdische Zwangsarbeiter in Darmstadt
Darmstädter Geschichtswerkstatt | Brechtgeschichtswerkstatt | Hessisches Staatsarchiv Darmstadt
Karolinenplatz 3 | 64283 Darmstadt

Öffnungszeiten

02. bis 27. Februar| 9:00 – 17:30 Uhr

Die Ausstellung thematisiert nicht nur die Art der Zwangsarbeiten, zu denen die Juden von der Stadt gezwungen wurden, sondern vor allem den Terror, der von dem städtischen Aufseher Friedrich Späth und dem Gestapobeamten Bruno Böhm zusätzlich ausging. Denn Späths Verhalten gegenüber den Zwangsarbeitern und ihren Familien, vor allem seine Erpressungen, wurden unerträglich, so dass die jüdische Gemeinde Anzeige erstattete. Im anschließenden Ermittlungsverfahren nahm die Gestapo auch die Juden in Schutzhaft. Im Verfahren vor dem Landgericht wurden die Opfer zu „Mittätern“ deklariert. Selbst diejenigen, die lediglich als Zeugen vor Gericht standen, entließ die Darmstädter Gestapo nicht aus der Schutzhaft. Sie wurden im Laufe des Jahres 1941 deportiert und starben in den KZ oder in den Tötungsanstalten Bernburg und Schloss Hartheim. Neben den Archivalien aus dem Staatsarchiv Darmstadt laden die auf Tafeln gezeigten Auszüge aus Entschädigungsakten und Spruchkammerverfahren, aber auch NS-Täterdokumente ein, die Frage nach Handlungsoptionen zu reflektieren, Täterhandeln in Darmstadt zu benennen und die Opfer und Verfolgten zu erinnern.
Weitere Informationen, Galerie zur Ausstellung und Interviews >>>> Projekt > Juden in Zwangsarbeit


Themenabend
Geschichte begegnen | Erinnerung gestalten
10. Februar 2026 | 18:00 – 20:00 Uhr

Projektteilnehmende sprechen über die Prozesse der Entrechtung und Verfolgung, Zwangsarbeit und Deportation während der NS-Zeit. Außerdem konnten wir Christina Wirth gewinnen ihre Recherchen zu Displaced Persons vorstellen. Ein weiteres Themenfeld wird die Begegnung mit den Biografien hinter den Archivalien und die Gestaltung von Ausstellungsbeiträgen sein. Die Projektteilnehmenden und Expert*innen (Christine Wirth und Harald Höflein) reflektieren dabei die Chancen von Archiv- und Erinnerungsarbeit sowie ihre gesellschaftliche Bedeutung und Wirkung. Im Anschluss daran schließt sich ein offener Ausstellungsbesuch an.
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