Geschichte, Erinnerung und antifaschistischer Widerstand
Am 12. und 13. September 2026 feierte die Bakuninhütte bei Meiningen ihr 100-jähriges Bestehen. Die 1926 von Mitgliedern der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD), der anarchosyndikalistischen Gewerkschaftsbewegung, errichtete Hütte war von Beginn an ein Ort gemeinschaftlicher Selbstorganisation, politischer Bildung und Erholung. Das Jubiläumswochenende verband Geschichte und Gegenwart.
Neben Musik, Liedern und literarischen Beiträgen standen historische Rundgänge über das Hüttengelände, Einblicke in die Sanierungsarbeiten sowie Gespräche über die Geschichte der Hütte und ihr anarchosyndikalistisches Selbstverständnis im Mittelpunkt. Damit wurde das Jubiläum sowohl als Rückblick auf ein Jahrhundert anarchosyndikalistischer Geschichte als auch als Raum für gegenwärtige Debatten und gemeinsames Feiern gestaltet.
So präsentierte Uli Klan mit „Es lebt noch eine Flamme“ anarchistische Lieder und verband die musikalische Darbietung mit politischer Erinnerungskultur. Der „Singende Tresen“ widmete sich unter dem Titel „Das seid ihr Hunde wert!“ dem Leben und Wirken Erich Mühsams.
Am Rande des Festes präsentierte die Darmstädter Geschichtswerkstatt eine Auswahl aus ihrer Ausstellung über Widerstand und Verfolgung des Anarchosyndikalismus im „Dritten Reich“. Dokumentiert werden unter anderem die Prozesse vor dem Volksgerichtshof und dem Oberlandesgericht in Darmstadt 1935 und 1936, Flucht und Exil sowie die Wege von Anarchosyndikalist:innen in den Spanischen Bürgerkrieg – nicht nur, um gegen die putschenden Generäle zu kämpfen, sondern auch, um sich dem Zugriff Stalins zu widersetzen und die soziale Revolution zu verteidigen.